Donnerstag, 25. August 2016

Das perfekte fränkische Schäufele

Zur Feier der Rückkehr aus unserem Urlaub in Kroatien hatten wir meine Schwiegereltern auf ein original fränkisches Menue eingeladen. Was ist bei diesem Thema authentischer als ein richtig deftiges Schäufele mit ( unbedingt ) absolut knuspriger Kruste?
Denn die ist, wie jeder Franke weiß , das allerwichtigste beim Schäufele!


Beim Metzger bekamen wir riesenhafte Monster Teile , schon fast zum Fürchten...


Dazu muß ich sagen, ich hatte noch nie im Leben Schäufele zubereitet, und legte mich ins Zeug diese Spezialität möglichst absolut perfekt zu meistern.
Eigentlich ist so ein Schäufele eine ganz einfache Sache und extrem unkompliziert in der Zubereitung.. wenn man sich genau an das Rezept hält kann eigentlich nichts schief gehen.
Dieses legendäre Rezept fand ich dann auf der Webseite des , haltet Euch fest! :

Die Freunde des Fränkischen Schäufele Verein

Ja den gibt es wirklich!!
( An dieser Stelle tausend Dank für Euer Engagement, liebe Franken! )

Los geht es :
( ich habe das Rezept bezüglich der Garzeitz allerdings trotzdem leicht abgewandelt wegen der großen Menge die ich hier bewältigen musste )
1. Schäufele rund herum mit Salz, Pfeffer und Kümmel ordentlich einreiben, dabei wichtig: die Kruste nur mit Salz .


Dann ab damit in den Bräter, auf etwas Suppengemüse in groben Stücken , 2 Lorbeerblättern und einigen Zehen Knoblauch , erst einmal ohne Zugabe von Flüssigkeit auf höchster Ofenstufe bei geschlossenem Deckel richtig aufheizen lassen.
2. Nach 30 Minuten wird erst mal ein Liter Wasser und ein Liter Fleischbrühe angegossen.
Dann überlässt man das Ding seinem Schicksal , bei etwa 230 Grad hab ich es , auf gut fränkisch
" erstermol midm Oarsch nimmer oogschaud",
also für etwa 4 Stunden absolut links liegen lassen und mich einstweilen um die Beilagen gekümmert.
( grünen Salat waschen und anrichten, fränkische Klöße einlegen , Vorspeise Pfifferlingssuppe und Nachspeise Kirschenmännla herstellen... ich war auf jeden Fall beschäftigt!)

Als ich dann auf die Idee kam mal zu gucken , da war es schon butterzart und absolut perfekt gegart.
Fehlte nur noch die heilige Kruste.


So , jetzt kommt der große Zaubertrick!
3. Ich streue reichlich richtig extrem salziges Salz ( in diesem Fall sehr feines  Bambussalz )
direkt auf die weiche Kruste die nun richtig schön voller Wasser gesaugt ist.
Dann geht das Schäufele
4. eine Runde unter den Grill ( wieder höchste Stufe) , und zwar nur für ungefähr 5 bis 10 Minuten. Währendessen muß es aber unbedingt genau beobachtet werden, damit nichts verbrennt.


Waaaahnsinn wie die Kruste in Minutenschnelle explodiert! Die mit Wasser gefüllten Poren im Fleisch öffnen sich dank des Salzes und plustern sich,
durch den sich bilden Wasserdampf extrem auf ! So erhalten wir eine sagenhaft knusprige, aber trotzdem ganz leicht zu beißende Kruste, fast wie Puffreis, Popcorn oder die Asiatischen Krabbenchips die man vom China- Restaurant kennt.



Ich muß tatsächlich zugegen dass ich gleichzeitig verblüfft und auch schon ein bisschen stolz auf mich war ! Ich hätte nie gedacht dass ist diese Premiere so gut hinbekomme.

Allerdings ist ohne richtig schöne " glutschige" Klöß und a guade Soß auch das beste Schäufele nur die halbe Miete. Die Klöß sind nach 20 Minuten ziehen im heißen Wasser fast fertig,
die Sauce ist schnell gemacht. Nachdem das Fleisch unterm Grill auf dem Blech liegt gieße ich
5. einfach etwas Bier in den Bräter, und binde die Sauce nur mit einem Stück Butter und ein klein wenig in Wasser angerührter Speisestärke ab.


Ich halte den reinen Bratengeschmack hier möglichst unverfälscht und hüte mich vor irgendwelchen sonst für mich typischen Sperenzchen oder Experimenten , um das ganze wirklich traditionell zu halten. Einzig und allein ein wenig Majoran genehmige ich mir noch als Gewürz.


Was soll ich noch sagen, das Ganze kam schon saugut an.
Das höchste Lob des Franken ist bekannterweise das " Basst scho"
aber diesmal bekam ich tatsächlich echte Beifallsbekundungen und doch schon auch offen gezeigte Begeisterung!

Grod schäi woars!
Hier noch , zur allgemeinen Erheiterung und der Stimmung zuliebe unsere Musikalische Untermahlung zu diesem Festmahl!



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