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Samstag, 11. April 2020

Lammhoden "Wiener Art"

Nein, das sind keine panierten Schweinelendchen.




Da die Verfügbarkeit an frischem Gemüse und Salat in letzter Zeit bei meinen gewohnten Anlaufstellen wie Rewe oder Edeka etwas begrenzt war, kaufe ich gerade recht gerne beim Laufer Antalya markt, dem großen Türkischen Supermarkt der Stadt ein.

Hier gibt es neben einer extrem reichhaltigen und preisgünstigen Auswahl an frischem Grünzeug jeder Art , und natürlich allen möglichen Konserven, Käse, unglaubliche Mengen von Oliven und anderen eingelegten Spezialitäten, Tiefkühlprodukten und einer großen Kühltheke mit Milchprodukten,  Backwaren und Süßigkeiten,







auch täglich frisches Lammfleisch und Geflügel.
Ich spreche hier nicht von kleinen handlichen Stücken.
Hier geht es um ganze Tiere, die direkt vor den Augen des Kunden nach Wunsch zerlegt werden, und zwar auch um Alle Teile des Tieres. Also auch viele Innereien, Köpfe, Füße und so weiter.


Gestern gab es Lammhoden, und da ich diese noch nie zuvor irgendwo gesehen hatte, nahm ich einfach mal in eime Anflug von übermütiger Experimentierfreudigkeit drei Stück mit.



Man muß die Dinger enthäuten.. das ist kein großes Problem, etwa wie das Abziehen einer Weißwurst. Ist das erledigt, kann man sie in Scheiben schneiden und braten:



Ich habe mich hier, um die Angelegehneit vielleicht etwas gefälliger zu gestalten und auf Nummer sicher zu gehen, für eine Panierung Wiener Art entschieden.

Also habe ich die Scheibchen leicht mehliert, durch Ei gezogen und in Bröseln gewendet.
Anschließend in Butter und Öl ausgebacken landeten sie gemeinsam mit selbstgemachtem Kartoffelsalat und Preiselbeeren auf meinem Teller.



Jetzt kommt die große Frage nach dem Geschmack.
Also gut, die Konsistenz ist genau wie die von Bries. Also schon mal vertraut, darauf war ich gefasst.
Wer Bries, Hirn und Ingreisch ( das Milchner vom Karpfen ) mag, der wird auch mit den Hoden kein Problem haben. geschmacklich sind sie recht mild und gar nicht " Lammig". Aber auch nicht so wohlschmeckend  dass ich direkt nochmal welche kaufen würde.

Fazit:
Ein interessantes Experiment, das man auf jeden Fall als gelungen bezeichnen kann.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und war gar nicht übel.
Ein großer Fan von Lammhoden werde ich deshalb aber trotzdem nicht werden.

Als Nose- to- Tail Verfechter bin ich zwar auch kein Fan vom Schnitzel, und meide normalerweise diese Allerweltsstücke die jeder kauft.
Trotzdem kann ich nicht leugnen dass es schon wirklich besser schmeckt .
 Auch Bries und Hirn sind delikater und leckerer, wenn man bei den Innereien bleiben möchte.

Also , wer mag kann diese panierte Lammhoden ausprobieren, aber ich bin auch aufgeschlossen für bessere Rezepte dafür.
Hat jemand eine Idee?  ;-)

Für den Türkischen Supermarkt kann ich hingegen eine große Empfehlung aussprechen.
Selten so eine saubere und hygienische Fleischtheke gesehen.
Auch das ganze Angebot ist einfach grandios.
Ich werde von nun an regelmäßig dort einkaufen gehen.

Antalya Markt


Freitag, 15. März 2019

Kuheuterschnitzel, ein traditionelles fränkisches Rezept

Im Sinne meiner Nose-to-Tail Philosophie , die ich gerne weiter vorantreiben möchtre,
stelle ich Euch heute einmal wieder eine fränkische Spezialität vor:
Nach Wiener Art panierte Schnitzel aus dem Kuheuter , eine sehr angenehme Art Innereien zuzubereiten.
Ein Tier besteht eben nicht nur aus Filets und Schnitzeln, das sollten die Menschen endlich einmal einsehen.


Die  für dieses Gericht benötigten Kuheuterscheiben kann man bereits vorgekocht und geschnitten beim guten Metzger oder im Internet erwerben, sie sind preisgünstig und absolut unkompliziert zu verarbeiten.


Zutaten für 4 Personen:
8 Kuheuterschnitzel- Scheiben
Salz, Pfeffer, Mehl
2 Eier
Semmelbrösel, gewürzt mit : Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Kurkumapulver
Butterschmalz

Als Beilage und zum Servieren
Hausgemachter Kartoffelsalat, Preiselbeeren, en wenig grüner Salat

Zubereitung:

Die Kuheuterscheiben mit Salz und Pfeffer würzen und mehlieren.


Im verquirlten Ei wenden , mit den ganz leicht gewürzten Bröseln panieren und
im Butterschmalz ausbacken wie ein Schnitzel.


Mit den gewünschten Beilagen servieren.


Die Euterschnitzel haben einen ganz dezenten, spezifischen Geschmack den man sehr schlecht beschreiben kann. Ich wüsste wirklich aus dem Stegreif keine Vergleichsmöglichkeit,
aber sie haben mir sehr gut geschmeckt. Die Konsistenz ist ähnlich der von gebratener Leber.


Ich würde mich sehr über Feedback freuen,
falls Ihr Lust habt dieses Gericht einmal zu testen.

Mittwoch, 7. November 2018

Rahmbeuschel oder Wiener Salonbeuschel

Jetzt wo die Tage kürzer und das Wetter kühler werden bekommt man ganz automatisch wieder mehr Lust auf deftige,  traditionelle Spezialitäten.
Heute musste es bei mit ganz spontan, da ich eim Metzger auf wunderbar frisches Herz und Lunge stieß, ein Rahmbeuschel sein.

Dieses traditionelle Gericht aus Innereien, in einer kräftigen Brühe gekocht und mit Rahm, Kapern und Essig pikant abgeschmeckt, trifft nicht undbedingt auf Gegenliebe bei eher zartbesaiteten Gemütern.
Ich aber war schon als Kind ganz verrückt danach.

Rahmbeuschel




Zutaten:
 
600 g Kalbslunge
1 Kalbsherz
3 Schweinezungen ( meine persönliche Zugabe )
1 Zwiebel
1 Bund Suppengrün , also Sellerie, Karotte, Lauch , Petersilie
 (die Petersilie fein hacken und für den Schluss aufbewahren )
Lorbeerblätter, Pfefferkörner, Piment, Thymian, Nelke, Wacholderbeeren
2 bis 3 EL Salz, 1 EL Zucker

Für die Sauce:
50 g Butter
30 g Mehl
1 kleines Glas Kapern
1 Sardellenfilet (in Öl), fein zerkleinert
1 Schuss Essig, Zucker, Salz , Pfeffer, Majoran
1 EL Senf , 1 Becher Sahne, 1 Esslöffel Petersilie, gehackt
1 Schuss trockener Weißwein

Zubereitung:

Das Suppengrün schneiden und mit den übrigen Zutaten, mit Wasser bedeckt zum Kochen bringen.
Ich empfehle die Gewürzkörner in einen Teefilter zu geben da man sie dann besser aus dem Sud nehmen kann.



Die Innereien werden etwa 2 bis 3 Stunden lang sanft sprudelnd im geschlossenen Topf gekocht.
Die Lunge geht sehr auf, und schwimmt zunächst oben.
Aber keine Sorge, das legt sich wieder.
Brühe absieben, Fleisch in feine Streifen schneiden.


Das übrige weich gekochte Gemüse zu einem Kartoffel- Gemüsepüree, oder als Suppeneinlage verwenden. 



 

Für die Sauce aus Butter und Mehl eine Mehlschwitze herstellen, mit der Brühe aufgießen und mit den übrigen Zutaten würzen und verfeinern. Weißwein zugeben und 10 Minuten sanft kochen lassen.
Das geschnittene Fleisch darin erwärmen. Das Rahmbeuschel wird mit einer aufgeschnittenen Gurke garniert und mit Semmelknödeln serviert.



 Guten Appetit für alle Innereien Fans unter meinen Lesern!